100 Jahre Abtei Mariawald

Veröffentlicht von Martin Bürger | 29. September 2009, 18:55 | Kategorien: Allgemein

Mariawald, 29.09.2009 (MBü) – Mit einem feierlichen Pontifikalamt haben die Jubiläumsfeierlichkeiten in der im Nationalpark Eifel gelegenen Abtei Mariawald ihren Höhepunkt erreicht. Am 29. September, dem Fest des heiligen Erzengels Michael, wurde das einzige Trappistenkloster in Deutschland vor genau hundert Jahren zur Abtei erhoben. In seiner Predigt ging Abt Josef Vollberg OCSO besonders auf die Aufgaben eines Abtes und seine Pflichten gegenüber den anderen Mönchen ein.

Anhand einiger Zitate des heiligen Bernhard von Clairvaux stellte Abt Josef das hohe Ideal eines Abtes dar, räumte jedoch ein, dass dieser aufgrund menschlicher Unzulänglichkeiten immer der Gnade Gottes bedürfe. Hauptsächlich durch das Wirken des heiligen Bernhard ist im 12. Jahrhundert der Zisterzienserorden entstanden, aus dem später die Trappisten mit dem offiziellen Namen „Zisterzienserorden von der strengeren Observanz“ als Reformzweig hervorgegangen sind.

Zahlreiche Angehörige des geistlichen Standes waren zum Jubiläum nach Mariawald gereist. Priester und Seminaristen der Priesterbruderschaft St. Petrus unterstützten die Mariawalder Mönche beim Altardienst an allen drei Tagen der Feierlichkeiten. Mehrere Schwestern aus der nur wenige Kilometer entfernten Trappistinnenabtei Maria Frieden waren ebenso vertreten wie Abt Bruno von der Zisterziensterabtei Himmerod, Ordensmänner aus der Benediktinerabtei Maria Laach und einige Priester aus dem Bistum Aachen. Den Abt von Oelenberg, welches das Mutterkloster von Mariawald ist, durfte ebenfalls begrüßt werden.

Nach der Aufhebung des einstigen Zisterzienserpriorats Mariawald durch die Säkularisation im Jahre 1795 wurde die Anlage 1861 von Trappistenmönchen aus der im Elsass gelegenen Abtei Oelenberg wiederbesiedelt. Die Geschichte der Abtei Mariawald beginnt indes noch einige Jahrhunderte früher mit der Aufstellung einer Pietà im Wald bei Heimbach. Im Jahre 1486 zog eine erste kleine Gemeinschaft von Zisterziensermönchen aus dem Kloster Bottenbroich an diesen Ort, um die Gläubigen zu betreuen, welche zur Schmerzensmutter pilgerten. Damals schon erhielt das Kloster den Namen Nemus Mariæ, was übersetzt eben Mariawald bedeutet.

Nach der Säkularisation und der Wiederbesiedelung musste das Kloster allerdings noch zweimal verlassen werden. Zunächst in den Jahren 1875 bis 1887 aufgrund des Kulturkampfes im Deutschen Reich, zum letzten Mal dann im Zweiten Weltkrieg ab 1941. Mit der endgültigen Vernichtung des Dritten Reiches konnte das Kloster, dessen Gebäude im Zuge der Ardennenoffensive zu großen Teilen zerstört worden waren, wieder in Besitz genommen werden.

Im November 2008 hat Papst Benedikt XVI. auf Bitten des Abtes dem Kloster Mariawald das Privileg zugestanden, zur traditionellen Liturgie und Observanz zurückzukehren, wie sie durch den sogenannten Usus von Monte Cistello im Jahre 1964 bestimmt worden waren. Der Umstellungsprozess von der alten auf die neue Liturgie ist inzwischen fast abgeschlossen. Der Konvent konnte – wie von Abt Josef erhofft – nach der Bekanntmachung des päpstlichen Privilegs einige Neueintritte verzeichnen, von denen der erste bereits als Novize aufgenommen wurde. (kathnews)

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