Zitat: Josef Pascher

Veröffentlicht von Martin Bürger | 25. Oktober 2009, 16:30 | Kategorien: Allgemein

Wie der eine oder andere Leser weiß (schönen Gruß an diejenigen, die ich getroffen habe), war ich gestern beim Workshop der „Generation Benedikt“ zum Thema „Zweites Vatikanisches Konzil – zwischen Geist und Gespenst“. Das Einführungsreferat hielt der emeritierte Kölner Weihbischof Dr. Klaus Dick, der in seinem Freisemester in München studierte und somit in den Genuss desselben Liturgieprofessors kam wie Joseph Ratzinger – Josef Pascher. Von diesem brachte der Weihbischof ein sehr kluges Zitat:

Sie dürfen nie Zeichen der Ehrfurcht abschaffen, sonst schaffen Sie die Ehrfurcht ab.

Wir wollen das nicht weiter vertiefen, aber die Einführung der Handkommunion ist natürlich geradezu das Paradebeispiel.

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6 Kommentare zu „Zitat: Josef Pascher“.

  1. Nein, die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten lasse ich mir nicht absprechen. Siehe dazu auch meinen Blog.

  2. @ Maria Magdalena: Das gilt ja sicherlich nicht für jeden. Ich bin ja auch ein Kind der Nachkonzilszeit, und habe bis vor wenigen Jahren nicht einmal gewusst, dass es etwas Anderes als Handkommunion überhaupt gibt.

    Fakt ist aber, dass wir seit dem Konzil einen nie gekannten Verfall der Volksfrömmigkeit erleben. Kirche kommt im täglichen Leben der meisten Menschen einfach nicht mehr vor.

    Diese Tendenz kann man nicht leugnen. Sie alleine der Handkommunion zuzuschreiben, wäre zu einfach. Aber so verstehe ich dieses Zitat auch gar nicht.

    Das Problem ist doch, wenn man von Realpräsenz und Transsubstantiation nie etwas gehört hat, nur vom “heiligen Brot” gesprochen wird und vom gemeinsamen Mahlhalten, dann gibt es auch keinen Grund, ehrfürchtig vor dem Herrn zu knien. Für mich ist weniger die Haltung beim Kommunionempfang das Problem, denn vielmehr die total fehlende Katechese heute!

  3. Die heutige Form der Handkommunion kann und darf nicht als Wiedereinführung angesehen werden. Das ist so nicht richtig.

    Wiedereinführungen in der Kirche sind kein Zeichen der Erneuerung und passieren eher selten bis nie. Es geht nach vorne und nicht nach hinten. Die Kirche will sich vervollkommnen.

    Die Handkommunion wurde nicht vom Konzil gewollt und die Mundkommunion wurde nie offiziell abgeschafft. Sie ist de facto auch heute noch die einzige ordentliche Form in der Hl. Messe des a.o. Ritus und in der Hl. Messe des o. Ritus.

    Die Form der Handkommunion bei den Urchristen (worauf viele gutmeinende Menschen verweisen) war eine ganz andere, als die heutige Form. Die Hostie wurde den Gläubigen zwar auf die Hand gegeben, aber sie haben diese nicht mit den Fingern ergriffen, sondern mit der Zunge von der Hand aufgenommen. Die Mundkommunion entwickelte sich schließlich aus dieser Form heraus, weil man sie für andächtiger und würdiger hielt und weil letztendlich alle Reformen der Kirche nur zur größeren Ehre des Herrn dienen und nicht zur Vereinfachung. Fakt ist, dass die Hostie auch damals schon auf der Zunge landete, und nicht primär IN der Hand. Da wurde sie nur drauf gelegt. Eine Verbesserung dieser Form kann also nur die Mundkommunion und nicht die heutige Handkommunion sein.

    Frauen mussten damals sogar ein Tuch (ein Corporale) auf die Hand legen, um darauf den Herrn Platz zu geben.

    Das kann man im Büchlein “Es ist der Herr” von Weihbischof Schneider nachlesen. Das ist kein Tradi-Quatsch oder eine Schmähung der Leute, die die Handkommunion empfangen. Es geht nicht um die Leute, die die Handkommunion empfangen, es geht um den Herrn und wie man ihn empfangen sollte.

    Wir Katholiken feiern im Heiligen Messopfer nicht das Abendmahl 1:1 nach, sondern das am Abendmahl vorweggenommene Kreuzesopfer unseres Herrn auf Golgatha. Wir befinden uns während der Wandlung in der Heiligen Messe also nicht im Abendmahl-Saal, sondern auf Golgotha. Das ist ein sehr großer Unterschied und deswegen kann man die Handkommunion nicht unter dem Aspekt sehen: n e h m e t und esset alle davon.

    Die heutige Form der Handkommunion trägt calvinistische Züge, da sie auch höchstwahrscheinlich durch Calvin inspiriert wurde.

  4. Martin Bürger :

    @ Monika:

    Danke für Ihren ausführlichen Kommentar, der auch meine Meiung darstellt!

    Ergänzen möchte ich, dass das Nachlassen der Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten gerade (!) durch die nach dem Konzil eingeführte Handkommunion bewirkt wurde. Zitat Weihbischof Schneider - die Kommunionspendung sei manchmal “wie die Verteilung von Keksen”. Vor diesem Hintergrund ist es nicht wirklich einfach, “fromm” und ehrfürchtig die hl. Kommunion zu empfangen.

    Was ich nicht sagen will, ist, dass man alle Leute, die Handkommunion praktizieren, als unehrfürchtig, gottlos oder wie auch immer bezeichnen kann. Auf einen Großteil trifft es dennoch zu.

  5. Ich muss Martin (leider) recht geben:

    “Was ich nicht sagen will, ist, dass man alle Leute, die Handkommunion praktizieren, als unehrfürchtig, gottlos oder wie auch immer bezeichnen kann. Auf einen Großteil trifft es dennoch zu.”

    Ich wünschte, es wäre anders - aber ich erlebe auch oftmals eine Art “Verteilung von Keksen”, was weniger am Spender als am Empfangenden liegt. Geist- und ehrfurchtslos wird das Allerheiligste reingesteckt. Das sieht in Messen, in denen Mundkommunion gespendet wird, schon anders aus.

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